Visionssuche

Ein altes Übergangsritual für Menschen von heute

Geh ich zeitig in die Leere

Komm ich aus der Leere voll

Wenn ich mit dem Nichts verkehre

Weiß ich wieder was ich soll.

 

Bertold Brecht


Menschliches Leben ist Entfaltung und Wandlung

Wie durch die Räume eines Hauses gehen wir von einem Lebensabschnitt zum nächsten. Manchmal geht das leicht, dann wieder ist es schwierig loszulassen und weiterzugehen und Neues ins Leben zu bringen. Diese Übergänge waren in alten Kulturen immer auch Zeiten des Rückzugs in die Natur und die Stille, um gestärkt und mit neuer Ausrichtung weiter zu gehen.

 

Ein uraltes, bewährtes Handwerkszeug an diesen Lebensschwellen ist die Visionssuche, ein aus vielen traditionellen Kulturen überlieferter Initiations- und Übergangsritus. Die moderne, von uns praktizierte Form der Visionssuche basiert auf der grundlegenden Arbeit von Steven Foster und Meredith Little ("School of Lost Borders", Kalifornien, USA).

 

Mögliche Lebensschwellen, die betreten werden:

  • Erwachsen werden
  • Berufswahl, Neuorientierung im Beruf
  • Eingehen oder Lösen einer Beziehung
  • Aussöhnen mit Vergangenem
  • Elternschaft
  • Loslassen der Kinder
  • Pensionierung
  • Umgang mit Krankheit
  • Abschied von geliebten Menschen
  • Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod

Ablauf einer Visionssuche

Die Vorbereitungszeit
von drei Tagen dient dazu, mit der Umgebung und der Gruppe vertraut zu werden, Klarheit über die eigene Motivation zu gewinnen, erste Erfahrungen mit Naturübungen zu machen und Sicherheitsfragen zu klären.

 

Die "Schwellenzeit" (Solozeit)
vertieft den Kontakt mit der Natur, ihren Wesen und Kräften. Wir Menschen, als Teil der Natur, können diese vier Tage und Nächte des Alleinseins und Fastens in neuer Verbundenheit erleben. Die Sinne werden geschärft, der Blick verfeinert sich, die Aufmerksamkeit wird auf das gelenkt, worum es wirklich geht. Alle Begegnungen und Ereignisse haben symbolischen Charakter, die äußere Natur wird uns zum Spiegel unserer inneren Natur. Die Visionsuche-LeiterInnen sind im zentral gelegenen Basislager rund um die Uhr erreichbar und unterstützen die Visionssuchenden bei Bedarf.

 

Die Nachbereitungszeit
bietet Raum zum Einfahren der Ernte. Die "Geschichten" werden im Kreis erzählt und von den LeiterInnen "gespiegelt". Nun ist es Zeit, die Geschenke in Form von Erkenntnissen und Erfahrungen zu nehmen und sie mit neuer Kraft in das Leben und den Alltag zu tragen, wo sich zeigt wofür die Zeit reif ist.


Angelehnt an die Grundstruktur einer Visionssuche haben wir speziell für Frauen eine abgewandelte Form entwickelt und diese um das Ritual der Schwitzhütte erweitert. Nach 2 Tagen der inneren und äußeren Vorbereitung verbringt jede Frau einen Tag und eine Nacht mit sich in der Natur. Im Kreis der Frauen werden die Geschichten geteilt und gespiegelt. Das alte Reinigungsritual der Schwitzhütte gibt Raum das Erfahrene zu feiern, zu bitten und zu danken, in Worten und mit vielen Liedern. 

 

An einer Visionssuche/Erdzeit kann jede/r teilnehmen, der/die körperlich und geistig gesund genug ist, um sich die entsprechende Zeit allein und fastend in der Natur aufzuhalten. Da keine kulturspezifische Ausprägung die Grundstruktur ausschmückt, ist die Visionssuche ohne weiteres mit den jeweiligen persönlichen Wertvorstellungen und Weltanschauungen vereinbar. Das Initiations- und Übergangsritual der Visionssuche ist als Prozess zu verstehen, der mit der Anmeldung beginnt, und über das Ritual selbst hinaus wirksam ist und sich entfaltet.


Spezialform "Walk-A-Way" für Jugendliche

Flyer hier öffnen